Schloss Eisfeld (Foto: Andreas Kuhrt)
Schloss Eisfeld (Foto: Andreas Kuhrt)
Schloss Eisfeld
Karte

Schloss/Museum Eisfeld

Markt 2 (Schloss)
98673 Eisfeld
T 03686.300308
F 03686.615617
museum(at)stadt-eisfeld.de
touristinfo(at)stadt-eisfeld.de
www.stadt-eisfeld.de/...

Öffnungszeiten
April-Oktober
Mo - Fr 10 - 17 Uhr
Sa, So, Feiertag 13 - 17 Uhr
November bis März Montags geschlossen

Geschichte

Das Schloss zu Eisfeld ist in seinem Kern eine aus Palas und Bergfried bestehende mittelalterliche Burganlage, die im 11. und 12. Jh. an der Stelle einer älteren Befestigung errichtet wurde und im Laufe der Jahrhunderte vielfältige Veränderungen erfahren hat. 1360 wurde die Kemenate, 1580 der daran anschließende „Neue Bau“ errichtet, der sich durch einen gewölbten Torgang zur Stadt hin öffnet. Der 1555 erbaute Küchentrakt, der das Gebäude nach Nordwesten hin abriegelte, ist 1886 durch einen Gefängnisbau wilhelminischer Prägung ersetzt worden. Die Bezeichnung Schloss verdankt die schlichte und unregelmäßig angelegte Baugruppe der recht kurzen fürstlichen Epoche: Bestandspläne aus dem Jahre 1680 weisen aus, dass das Schloss für einen zeitweiligen Aufenthalt der herzoglichen Familie, damals der Gothaischen Herrschaft bestimmt war, zu deren Territorium Stadt und Amt Eisfeld nach langer Zugehörigkeit zum Fürstentum Coburg von 1643 bis 1680 zählten.

Der erste Regent des 1680 aus einer Erbteilung hervorgegangenen Herzogtums Sachsen-Hildburghausen hatte für kurze Zeit das Eisfelder Schloss zu seiner Residenz auserwählt. Nachdem sich Herzog Ernst endgültig in Hildburghausen niedergelassen hatte, unterblieb die geplante Erweiterung des Eisfelder Schlosses. 1728 – 1741 erkor Herzogin Sophie Albertine von Sachsen-Hildburghausen das Schloss Eisfeld zu ihrem Witwensitz.

Die späteren Funktionen des Schlosses, Amtsgebäude, Wohnsitz für Beamte und Amtsgefängnis mit den dafür erforderlichen Um- und Anbauten, haben schließlich alle Spuren fürstlichen Glanzes getilgt.

Die mächtigen Mauern, die das Schloss von drei Seiten umgeben, sind Teil der Stadtbefestigung, die Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha in den Jahren 1654 – 1673 von seinem Baumeister Andreas Rudolph nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges aufführen lies. Der nordöstliche Abschnitt des "Schlossverwahrungsbaus" öffnet sich in sieben Kasematten nach innen und verleiht damit dem Schlossgarten einen besonderen architektonischen Reiz. Das Anwesen, das im 18. Jh. während des Aufenthaltes der Herzoginwitwe Sophie Albertine im Stile eines französischen Gartens mit "zierlichen Zwergen und Bäumen" gestaltet war, diente später als Küchengarten und wurde erst 1952 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Heute

beherbergt das Schloss einen Kultursaal, das Standesamt, die Stadtinformation und das Eisfelder Museum. Letzteres ist wohl einmalig in Thüringen, denn es besitzt neben zahlreichen Dokumenten aus der Geschichte der Stadt Eisfeld und umfangreichen Zeugnissen der Regionalgeschichte eine der größten Sammlungen zur Geschichte des Thüringer Porzellans von 1760 bis in die Gegenwart. Von hier ging 1992 die Idee zur Schaffung einer "Thüringer Porzellanstraße" aus, die heute Museen und aktuelle Produktionsstandorte in ganz Thüringen miteinander verbindet.

Das Eisfelder Museum zeigt in seiner Dauerausstellung im ersten Teil die Geschichte des Thüringer Porzellans von den Anfängen um 1760 bis in die Gegenwart mit 1000 Exponaten und Zeitzeugnissen. Im zweiten Teil ist traditionelles Handwerk des südthüringer Vorlandes zu sehen, u.a. eine Märbel- oder Murmelmühle, eine Holzstabweberei, eine Töpfer- und eine Holzschnitzerwerkstatt. Die Volkskundeabteilung des Museums und die Stadtgeschichte sind zur Zeit eingelagert und die Räumlichkeiten werden für Sonderausstellungen genutzt.

Quelle: www.stadt-eisfeld.de/...

Links

www.youtube.com/... Video-Rundgang durch das Otto-Ludwig-Museum im Schloss Eisfeld (Jürgen Heidorn)